Das vibrierende Handy | 12/09/2001 |

Die Frau eines Freundes bekam zum Geburtstag ein Handy geschenkt. Das allerneueste Modell, klein, leicht, wunderschön, in einem dezenten Farbton und mit unglaublich vielen Funktionen. Für Technik-Freaks ein wahrer Leckerbissen - für die Frau ein Greuel. So hatte es ihr Mann vorsorglich übernommen, alles Notwendige schon vorher einzustellen, um ihr das durchackern der imposanten Bedienungsanleitung zu ersparen. Er erklärte ihr dann die notwendigsten Funktionen und sie war begeistert.
Am Abend des nächsten Tages waren sie zu einem Heurigenbesuch eingeladen. Es war ein wunderschöner, lauer Frühsommertag in einem ebenso wunderschönen Garten und ein vergnügliches Fest.
Zu später Stunde fuhr man gemütlich und bestens gelaunt nach Hause.
Da plötzlich ein aufdringliches Piepsen. Nach einer Schrecksekunde und einem Moment der Ratlosigkeit war alles klar: das neue Handy piepste in der Handtasche. Die Frau griff hinein - und spürte, daß sich da etwas ganz schnell bewegte! Das blanke Entsetzen packte sie, der Schreck fuhr ihr in sämtliche Glieder - und in Panik warf sie ihre Tasche in hohem Bogen aus dem offenen Autofenster. Sie war felsenfest davon überzeugt, im Heurigengarten hätte sich eine Maus in ihre Tasche, die die ganze Zeit unter der Bank am Boden stand, verkrochen. In Wahrheit war es - das Handy. Ihr Mann hatte die Vibrationsalarm-Funktion aktiviert, um ihr das Suchen in den Untiefen der Tasche zu erleichtern. Leider hatte er vergessen, ihr das zu sagen.
Das Ganze wäre halb so schlimm gewesen, wären sie nicht im selben Moment über eine kleine Brücke gefahren, die über einen großen Fluß führte - und so versank die Handtasche mit dem neuen Handy und allen anderen wichtigen und unwichtigen Dingen in den trüben Fluten . . .

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