Überraschung | 17/12/2002 |

Es war ein eisig kalter Tag im Januar. In Wien-Kaisermühlen wurde gerade an einer weiteren Folge einer beliebten Fernsehserie gedreht. Trotz der Kälte herrschte geschäftiges Treiben, immerhin waren eine Menge Leute im Einsatz. Die Filmcrew, die Schauspieler und ein Rudel Statisten - pardon „Kleindarsteller“. Von diesen waren etliche als Polizisten verkleidet. Aber nicht alle, denn es waren auch einige echte Polizisten mit von der Partie - allerdings keine gewöhnlichen sondern solche von der Sondereinheit „Cobra“ mit, ebenfalls echten, Einsatzfahrzeugen. Man freute sich über jede Drehpause, in der man sich etwas aufwärmen konnte, beobachtete zwischendurch was am Set passierte und hoffte, dass alles etwas schneller ginge. Plötzlich hörte man einen Polizisten am Straßenrand rufen, einige andere rannten los, ohne dass der Regisseur etwas von „Action“ gesagt hätte. Es gab einen Tumult, hektische Aktivität, Aufregung, Unruhe und Ratlosigkeit. Allerdings nur kurz, denn zur allgemeinen Erheiterung klärte sich alles sehr rasch auf: für einige Einstellungen war es immer wieder notwendig, den Autoverkehr zu stoppen. Die echten Polizisten hatten gerade sonst nichts zu tun und sahen sich zum Zeitvertreib, die in den wartenden Autos sitzenden Menschen an, die ihrerseits wiederum sehr interessiert die Dreharbeiten beobachteten. Plötzlich entdeckten sie hinter dem Lenkrad eines dieser Autos einen Mann, der schon seit Wochen zur Fahndung ausgeschrieben war. Ohne lange zu fackeln, unter Ausnutzung eines nicht geringen Überraschungseffektes, holten sie den maßlos Verdutzten aus seinem Wagen, verpassten ihm vor der verblüfften Filmcrew und den erstaunten Darstellern Handschellen - und ab gings mit Blaulicht in eine Zelle des Wiener Landesgerichtes.

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