Gefährlicher Verkehr | 31/08/2003 |
Der Straßenverkehr hat ein hohes Gefahrenpotential. Welche Gefahren da allerdings tatsächlich lauern, ist manchmal schon kurios.
Eine Gruppe junger Radrennfahrer absolvierte an einem Wochenende eine Trainingsfahrt auf einer wenig befahrenen Landstraße. Wie bei diesem Sport üblich, fuhr man relativ knapp hintereinander, um den Windschatten optimal ausnutzen zu können. Wenn man aufpasste und konzentriert bei der Sache war, konnte eigentlich nichts passieren, wenn nicht, war ein Sturz jederzeit möglich.
Genau das passierte an diesem Tag. Der Zweite kam dem Ersten zu nahe und schon krachte es. Alle anderen hatten natürlich keine Chance auszuweichen oder gar stehenzubleiben und lagen im nächsten Augenblick ebenfalls auf der Straße. Wenige Sekunden später näherte sich ein Kleinwagen. Als der Lenker plötzlich vor sich, mitten auf der Straße dieses, gerade in Entwirrung begriffene, Menschenknäuel erblickte, erschrak er offensichtlich dermaßen, dass er das Lenkrad verriss, über das Bankett rumpelte und im angrenzenden Acker landete.
Die darauf folgende Stille wurde nach wenigen Augenblicken von einem markerschütternden Schrei jäh beendet. Die mehr mit sich selbst, als mit den um sie herum sich abspielenden Vorgängen beschäftigten Radfahrer zuckten zusammen, blickten kurz um sich und rannten zu dem Wagen, so schnell sie konnten. Im Wageninneren saß ein junges Pärchen, alles war mit Blut vollgespritzt. er röchelte, stöhnte und jammerte, sie schrie als würde ihr der Teufel im Nacken sitzen und fuchtelte mit Händen und Füßen, soweit es die beengten Platzverhältnisse zuließen, um sich.
Wie sich sehr schnell herausstellte, hatten die beiden das Begriff Straßenverkehr auf ihre, sehr persönliche Weise ausgelegt, und sich mehr auf den Verkehr als auf die Straße konzentriert. Als nun dieser Akt der intensiven Interpretation sich seinem abzusehenden Höhepunkt näherte, lag da plötzlich dieses Menschenknäuel auf der Straße. Das war in der Inszenierung natürlich nicht vorgesehen gewesen, so unternahm er den untauglichen Versuch auszuweichen, und das Auto fuhr querfeldein. Durch die plötzlichen Erschütterungen schlug es ihr den Unterkiefer gegen den Oberkiefer. Das wäre an sich nicht besonders schlimm gewesen, hätte sich nicht gerade sein bestes Stück dazwischen, in intensiver Bearbeitung, befunden.
Die Radfahrer konnten ihn im letzten Augenblick vor dem Verbluten retten und rechtzeitig Hilfe herbeiholen.